Jesaja 63,16b-17.19b; 64,3-7 – Übersetzung


– sich den Text vorlesen lassen


 

Meine Arbeitsübersetzung der alttestamentlichen Lesung am Ersten Adventssonntag (Lesejahr B):1

15 Blick vom Himmel und sieh herab von der Wohnung deiner Heiligkeit und deiner Herrlichkeit! Wohin ist dein Eifer und deine Heldenkraft? Die Aufregung deines Innersten und deine Barmherzigkeit – sie sind mir gegenüber zurückgehalten. 16 Fürwahr, du bist unser Vater, fürwahr, Abraham weiß nicht von uns und Israel kennt uns nicht. Du, JHWH, bist unser Vater. „Unser Erlöser“, das ist seit jeher dein Name. 17 Wozu lässt du, JHWH, uns abirren von deinen Wegen, du verhärtest unser Herz, dass wir dich nicht fürchten. Kehre um, um deiner Knechte willen, den Stämmen deines Erbbesitzes. 18 Zur Qual haben sie das Volk deiner Heiligkeit in Besitz genommen. Unsere Widersacher haben dein Heiligtum zertreten. 19 Wir sind geworden die, über die du nie geherrscht hast und dein Name über ihnen nicht ausgerufen ist. Zerrissest Du doch den Himmel und stiegest herab, vor deinem Angesicht zerflössen die Berge 64,1 wie Feuer Reisig entzündet, [wie] Feuer Wasser aufkochen lässt, sodass dein Name erkannt wird von unseren Bedrückern; vor deinem Angesicht werden die Völker erbeben. 2 Als du erschreckende Taten vollbracht hast, auf die wir nicht hofften, bist du hinabgestiegen und vor deinem Angesicht sind Berge zerflossen. 3 Niemals hat man gehört, nicht hat man vernommen, ein Auge hat nicht gesehen einen Gott – außer dir -, der an dem handelt, der auf ihn wartet. 4 Du begegnetest dem Fröhlichen und gerecht Handelndem, auf deinen Wegen haben sie sich deiner erinnert. Siehe, du, du zürntest und wir sündigten, auf ihnen [den Wegen Gottes] werden wir gerettet werden. 5 Wir alle sind wie ein Unreiner geworden; wie ein Kleidungsstück in der Menstruation ist unsere Gerechtigkeit; wie Blätter sind wir alle verwelkt, wie der Wind tragen uns unsere Sünden fort. 6 Niemand ruft deinen Namen an, [niemand] rafft sich dazu auf, an dir festzuhalten, denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und hast uns zergehen lassen in der Hand unserer Schuld. 7 Und nun, JHWH, unser Vater bist du. Wir sind das Material und du bist der Hersteller. Die Tat deiner Hand sind wir alle. 8 JHWH, zürne nicht zu sehr und erinnere unsere Schuld nicht für immer. Sieh, blick doch her, wir alle sind dein Volk! 9 Die Stätten deiner Heiligkeit sind zur Wüste geworden, Zion ist zur Wüste geworden, Jerusalem ist zu einer Einöde. 10.Das Haus unserer Heiligkeit und unserer Herrlichkeit, wo unsere Väter dich priesen, ist Beute des Feuers geworden. Alles, was uns begehrenswert war, ist zu Trümmern geworden. 11 Kannst Du dich diesbezüglich zurückhalten, JHWH, still sein und uns so sehr erniedrigen?

Jesaja 63,15-64,11

Und hier noch ein Link zur Neuen Einheitsübersetzung: Jesaja 63,15-64,11. Am Donnerstag erscheint dann zu diesem Lesungstext ein Beitrag hier auf Praedicatio. Bis dahin eine gute Woche!

Autor des Blogs:

Till Magnus Steiner

Promovierter katholischer Theologe, Exeget und Blogger, der in Jerusalem lebt und arbeitet.

Fußnoten

  1. Für die Lesungen sind nur die fettgedruckten Verse vorgesehen. Allerdings stellt Jesaja 63,7-64,11 eine zusammenhängende Klage dar, die zweigeteilt ist. Verse 7-14 erinnern die Heilsgeschichte und mit V 15 setzt die Bitte ein, die im Folgenden in meiner Übersetzung wiedergeben ist.

Bildquellen

  • Titelbild “Jesaja 63,15”: Till Magnus Steiner
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