Einleitung

Der lateinischer Begriff praedicatio bedeutet übersetzt „Predigt“. Zur Zeit Papst Gregor des Großen (um 540-604 n. Chr.) war dieses Wort der Inbegriff für Seelsorge überhaupt. Das Wort Gottes zu verkündigen und auszulegen war ein Dienst um Gottes willen an den Menschen. Eine Predigt, eine Praedicatio ist eine Rede (dicatio), die vor (prae) anderen gehalten wird. Allerdings geht es dabei weniger um die Worte des Predigers, sondern darum die Heilige Schrift den Hörenden zu eröffnen und so das Wort Gottes erklinge zu lassen.

Wenn die Schriften des Neuen Testaments von den „Heiligen Schriften” oder einfach von der „Schrift“ sprechen und sich darauf berufen, beziehen sie sich auf das heute sogenannte Alte Testament, das in einer anderen Bücherreihenfolge und einem im Vergleich zum Alten Testament der Katholischen Kirche geringeren Umfang, bis heute die Heilige Schrift des Judentums ist (vgl. Römer 1,1-2). Christen und Christinnen sind zum Verstehen ihres eigenen Glaubens immer wieder auf das Alte Testament zurückverwiesen – in den Worten der päpstlichen Bibelkommission: „Ohne das Alte Testament wäre das Neue Testament ein Buch, das nicht entschlüsselt werden kann, wie eine Pflanze ohne Wurzeln, die zum Austrocknen verurteilt ist.“

Es ist jedoch keine Seltenheit in den sonntäglichen Gottesdiensten, dass die alttestamentliche Lesung ausgelassen oder nicht ausgelegt wird. Um ihre Bedeutung hervorzuheben und um Predigern und Kirchengängern Zugänge zu diesen Texten anzubieten, erscheint daher auf www.praedicatio.de jeden Donnerstag ein kurzer Beitrag, indem ein Zugang zum jeweils gemäß der katholischen Leseordnung anstehenden alttestamentlichen Text angeboten wird.

Wenn Sie als Priester, Lektor/Lektorin oder Laie eine Frage zu dem jeweiligen anstehenden Lesungstext haben, können Sie diese entweder als Kommentar unter den jeweiligen Beitrag schreiben oder Sie können mich gerne einfach persönlich via E-Mail kontaktieren.